08.03.2011

„Wissenschaftliche Politikberatung, in anderen Worten, besteht auch, und heute vielleicht heute mehr denn je, aus methodisch disziplinierter, aber deshalb nicht weniger praktisch relevanter, verantwortungsbewusster Auseinandersetzung über die theoretischen Prämissen politischen Handelns (…).

01.03.2011

„Angesichts des dynamischen Wandels einer pluralistischen Gesellschaft, in der die Wahrheit von heute morgen schon obsolet sein kann, in der unterschiedliche Gruppen divergierende Ziele haben und in der Spezialisierung und Differenzierung der Wissenschaft eine einfache Ableitung verunmöglicht, ist es nicht einfach, das erforderliche Wissen zur Lebensbewältigung und zur gesellschaftlichen Teilhabe zu definieren. Die Wirtschaftswissenschaften liefern zumindest keinen Maßstab dafür, welches Wissen im Rahmen der ökonomischen Bildung erforderlich ist.

01.03.2011

„Das Zusammenführen beruflicher Inhalte mit politischer Bildung in problemorientierten Lernsituationen kann der Erzeugung eines utilitaristisch verengten Praxisverständnisses an Berufsschulen entgegenwirken, weil durch politische Bildung ein gesellschaftliches Reflexionsmoment im beruflichen Handeln eingeübt wird. Politische und gesellschaftliche Konfliktsituationen, die im beruflichen Feld verursacht oder dort wirksam werden, können auch im Beruf erschlossen werden. Durch politisch reflektiertes Handeln im Berufsfeld erschließt sich ein neues Feld für alltägliches politisches Handeln.

01.03.2011

„Im Interesse der Kompetenzentwicklung des Individuums muss die Wirtschaftsdidaktik noch sehr viel gezielter untersuchen, welche Anforderungen Lebenssituationen stellen, wozu ggf. auch Erkenntnisse anderer Wissenschaften herangezogen werden müssen. Sie muss untersuchen, welchen Beitrag die Wirtschaftswissenschaften zur Aufklärung leisten, aber auch wo sie ggf. problematisch, einseitig oder unterkomplex sind. (…) In Bezug auf Bildungsprozesse muss die Wirtschaftsdidaktik untersuchen, ob z.B.

01.03.2011

„Die inhaltlichen Interdependenzen der ökonomischen Bildung gehen weit über die politische Bildung hinaus und umfassen die Geschichte, die Geographie, die Ethik, die Arbeits- und Rechtswissenschaft. Bezugssystem ist das Gesellschaftssystem mit seinen interdependenten Teilsystemen Wirtschafts-, Sozial- und Arbeitsordnung. Auch kann eine zeitgemäß unterrichtet ökonomische Allgemeinbildung weder auf mathematische Problemlösungen verzichten noch auf die Einbeziehung von Inhalten des Fachs Deutsch (Bewerbungsverfahren).

01.03.2011

„Dieses Buch trägt den Titel Sozialwissenschaft – in der Einzahl. Das macht die Intention dieses Buches deutlich. Ich will in diesem Buch nicht nur die verschiedenen Disziplinen abhandeln, die man als Sozialwissenschaften bezeichnet. Ich betrachte vielmehr Sozialwissenschaft als ein Wissenssystem, das die Ordnung und Organisation des menschlichen Zusammenlebens analysiert und Wissen zu deren Verständnis und Gestaltung bereit stellt.

01.03.2011

„Als Fazit plädiere ich damit für eine vierte Integrationstechnik (…). Diese Integrationstechnik besteht im Kern darin, dass sie bei der Behandlung eines bestimmten Politikfeldes zunächst verschiedene sozialwissenschaftliche Perspektiven – eine davon in jedem Fall die NIÖ [Neue Institutionenökonomik; d. Red.]–, die eine Antwort auf die gestaltungsorientierte Frage nach dem guten Leben und dem gerechten Zusammenleben zu geben versuchen, in ein kontroverses Verhältnis zueinander setzt (…).

01.03.2011

„Die hier skizzierten Konzepte ökonomischer Bildung bieten Vielfalt für Lehren und Lernen. Curriculum und Unterricht können z.B. je nach Themenfeldern oder Klassenstufen unterschiedlichen Konzepten folgen (vgl. Jung 2007). Sachliche Gründe, diese Vielfalt durch ein Einheitskonzept ökonomischer Bildung zu ersetzen, gibt es nicht. Dennoch arbeitet der wirtschaftsdidaktische Mainstream aus fach- und paradigmenpolitischen Gründen mit Macht auf eine paradigmatische, inhaltliche und curriculare Standardisierung hin. (…)

01.03.2011

„Das Wörterbuch strebt auch eine neue Qualität des wirtschaftsdidaktischen Umgangs mit den Wirtschaftswissenschaften an: Es will auch alternative Denkschemata sowie kontroverse Debatten innerhalb der Wirtschaftswissenschaften als allgemein bildende Grundlagen verfügbar machen. Wir sind überzeugt, dass man ökonomische Bildung nicht funktionalisieren darf, um bestimmte wirtschaftswissenschaftliche Paradigma, Theorien, Modelle und Methoden – von denen man als Wirtschaftswissenschaftler persönlich und fachlich aus guten Gründen überzeugt sein mag – zu bevorzugen und durchzusetzen.

01.03.2011

„Ich schlage hier vor, die Relevanz von Wissen primär daran zu prüfen, ob es zum jeweiligen Problem passt. Ich plädiere also für eine problemorientierte, multidisziplinäre und integrative ökonomische Bildung.

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